Trinkwasser oder Regenwasser nutzen

PFC-Warnung auch für Baden-Baden – Empfehlung aus dem Rathaus für Gartenbewässerung für PFC-belastete Gebiete

PFC-Warnung auch für Baden-Baden – Empfehlung aus dem Rathaus für Gartenbewässerung für PFC-belastete Gebiete
In betroffenen Gebieten sollte zur Bewässerung Trinkwasser oder Regenwasser genutzt werden. Foto: Archiv

Baden-Baden, 07.04.2021, Bericht: Redaktion Ein Prozess der Stadtwerke Rastatt gegen die Vogel AG im Zusammenhang mit einem Millionenschaden steht aus. goodnews4.de berichtete.

Die Belastung des Grundwassers und der Böden ist groß, doch das Ausmaß des PFC-Skandals ist insgesamt weiter unklar.

Die Mitteilung mit Hinweisen zur Gartenbewässerung aus dem Rathaus Baden-Baden im Wortlaut:

Zum Frühlingsanfang gibt die Stadt Baden-Baden wichtige Hinweise zur Gartenbewässerung. Dies betrifft insbesondere die Gebiete in der mittelbadischen Region, in denen per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in landwirtschaftlich genutzten Böden und im Grundwasser nachgewiesen wurden.

Bei der Bewässerung von Pflanzen mit PFC-belastetem Grundwasser können sich diese Substanzen in der Pflanze anreichern. Zur Prognose von Schadstofffahnen im Grundwasser wurde durch die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LUBW) ein Grundwassermodell entwickelt, das der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Mithilfe des Modells wurden Gemeinden und Ortsteile identifiziert, in denen das Grundwasser möglicherweise eine PFC-Belastung aufweist. Darunter fallen im Stadtkreis Baden-Baden der Stadtteil Sandweier, das Gewerbegebiet Steinbach-West und der Gewerbepark Bollgraben. Auf Grund der Datenlage und dem Vorliegen von vereinzelt erhöhten Werten in Grundwasserproben gilt in diesen Gebieten die Empfehlung, auf die Bewässerung der Gartenanlagen mit Grundwasser zu verzichten. Stattdessen sollte Trinkwasser oder Regenwasser dafür genutzt werden.

 

Das Grundwassermodell der LUBW wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Neue Boden- und Wasseruntersuchungen fließen dabei genauso in die Prognose mit ein, wie neue Erkenntnisse aus der Forschung. Sobald sich aus den Messwerten oder dem Modell eine Neubewertung der Situation ergibt, werden die jeweiligen Gemeinden informiert und die Nutzungsempfehlung gegebenenfalls aufgehoben. Es ist möglich, das eigene Brunnenwasser auf PFC untersuchen zu lassen. Die PFC-Geschäftsstelle im Landratsamt Rastatt und das Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz der Stadt Baden-Baden geben dazu gerne Auskunft über geeignete Labore sowie den erforderlichen Analyseumfang. Die Analyse des eigenen Brunnenwassers ist allerdings mit Kosten verbunden. Das Ergebnis ist nur über einen begrenzten Zeitraum aussagekräftig, weil sich die Konzentrationen der PFC im Grundwasser über die Jahre verändern.

Gartenbesitzer sollten bedenken, dass die Bewässerung des Gartens über mehrere Jahre mit Trinkwasser in der Regel günstiger ist als eine einmalige Wasseranalyse auf PFC. Der durchschnittliche Bedarf für die Gartenbewässerung liegt bei etwa 10.000 Liter pro Jahr (entspricht 10 Kubikmeter). Bei einem Wasserpreis von 5,39 Euro (Stadtwerke Baden-Baden, zusammengesetzt aus Wasserpreis 2,41 Euro pro Kubikmeter und Schmutzwasserpreis 2,98 Euro pro Kubikmeter) entspricht dies Gesamtkosten von etwa 54 Euro im Jahr.

Weitere Informationen gibt es unter www.baden-baden.de und www.lubw.baden-wuerttemberg.de.


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