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Zweifel an Wild-Überwachungsprogramm in Baden-Baden

Regierungspräsidium Karlsruhe zu Wildschwein-Kontrolluntersuchungen in Baden-Baden – "Zweifel an den Vorgaben sind uns nicht bekannt"

Regierungspräsidium Karlsruhe zu Wildschwein-Kontrolluntersuchungen in Baden-Baden – "Zweifel an den Vorgaben sind uns nicht bekannt"
In Baden-Baden hat noch kein Test bei einem Wildschwein eine radioaktive Belastung über dem Grenzwert von 600 Bq/kg gezeigt.

Baden-Baden, 13.06.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch In Sachen Zuständigkeiten bei der Überwachung von Wildschweinfleisch auf Radioaktivität zeigte sich das Regierungspräsidium Karlsruhe auf goodnews4-Anfrage zunächst nicht ganz im Bilde: «Bezüglich der Fragen zur Quote, zur unterschiedlichen Bewertung und wer festlegt, welche Wildschweine beprobt werden, darf ich Sie bitten, sich an die zuständige Untere Lebensmittelüberwachungsbehörde (Stadt Baden-Baden) zu wenden.» Damit lag die Behörde falsch und revidierte später ihre Auskunft.

Zuständig ist das Regierungspräsidium, das sich dann beeilte eine entsprechende Auskunft zu geben. «Da im Stadtgebiet Baden-Baden keine Auffälligkeiten festgestellt wurden, wurde der Probenumfang durch das Regierungspräsidium Karlsruhe auf 0,5 Proben pro Monat festgelegt», antwortete das Regierungspräsidium Karlsruhe auf goodnews4-Anfrage in Zusammenhang mit den nur schwer erklärbaren Statistiken über radioaktiv belastetes Wildschweinfleisch.

In der Nachbargemeinde Forbach sind mehr als 50 Prozent aller erlegten Wildschweine im angefragten Zeitraum so hoch belastet, dass das Fleisch nicht in den Verkauf kommen darf und vernichtet werden muss. In Baden-Baden hat bisher angeblich noch keine Probe bei einem Wildschwein eine radioaktive Belastung über dem Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm gezeigt. goodnews4.de berichtete. Eine Betrachtung nach Plausibilität dieser Ergebnisse gab es offenbar nicht. Während in Forbach 56 Prozent der erlegten Wildschweine über dem Grenzwert liegen, ist die Quote im unmittelbar angrenzenden Baden-Badener Stadtgebiet bei 0 Prozent. Ein Wert für das an Forbach angrenzende Gebiet wird nicht explizit ermittelt.


Die schriftlichen Antworten des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf die Anfrage von goodnews4.de:

goodnews4: In den Gemeinden Forbach und Gernsbach müssen alle erlegten Wildschweine auf Radioaktivität untersucht werden, in Baden-Baden liegt der festgelegte Probenumfang bei 0,5 Proben pro Monat (auf freiwilliger Basis wurde diese Zahl in zwei Jagdjahren leicht erhöht, nachdem zuvor weniger Proben als vorgeschrieben erbracht wurden). Warum ist die Quote der zu untersuchenden geschossenen Wildschweine in Baden-Baden so niedrig?

Regierungspräsidium Karlsruhe: Der Probenumfang wird aufgrund der Messwerte und Grenzwertüberschreitungen der regelmäßigen Untersuchungen von Wildschweinen durch das Regierungspräsidium festgelegt. Da im Stadtgebiet Baden-Baden keine Auffälligkeiten festgestellt wurden, wurde der Probenumfang durch das Regierungspräsidium Karlsruhe auf 0,5 Proben pro Monat festgelegt.

goodnews4: In Forbach durften alleine im Jagdjahr 01.04.2017 bis 31.03.2018 von 41 erlegten Wildschweinen 23 nicht verkauft und verzehrt werden, weil der gemessene Wert der radioaktiven Belastung über dem Grenzwert von 600 Bq gelegen hat. Im direkt angrenzenden Baden-Baden soll der Grenzwert hingegen noch bei keinem bisher untersuchten Wildschwein überschritten worden sein. Halten Sie das für plausibel?

Regierungspräsidium Karlsruhe: Das Überwachungsprogramm von erlegtem Schwarzwild auf radioaktive Belastung wird seit Jahren durchgeführt, im Stadtkreis Baden-Baden kam es bislang zu keinen Auffälligkeiten.

goodnews4: Müsste der Stadtkreis Baden-Baden nicht unterschiedlich bewertet werden? Die niedrig gelegenen Gebiete und die Gebiete neben Forbach und Gernsbach?

Regierungspräsidium Karlsruhe: Siehe Frage 4.

goodnews4: Wer legt fest, welche Wildschweine beprobt werden und aus welchen Gebieten im Stadtkreis Baden-Baden sie stammen?

Regierungspräsidium Karlsruhe: Das Veterinäramt der Stadt Baden-Baden verteilt die Proben stichprobenartig auf die verschiedenen Jagdgebiete. Bei Auffälligkeiten würden diese Gebiete vermehrt berücksichtigt und beprobt.

goodnews4: Kamen aus dem Baden-Badener Rathaus schon einmal Zweifel an den Vorgaben, dass in Baden-Baden nur eine so niedrige Zahl der Wildschweine untersucht werden müssen, aber in Gernsbach, Forbach oder Baiersbronn 100 Prozent der erlegten Wildschweine?

Regierungspräsidium Karlsruhe: Zweifel an den Vorgaben sind uns nicht bekannt.


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