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Diskussion um Wohnbauprojekt in Oos

Heel „begrüßt“ CDU-Antrag zu Eberts-Garten – „Dialog mit allen Fraktionen im Gemeinderat“

Heel „begrüßt“ CDU-Antrag zu Eberts-Garten – „Dialog mit allen Fraktionen im Gemeinderat“
Auf dem Gelände von "Eberts-Garten" sollen Wohnungen und ein Pflegeheim entstehen.

Bild Nadja Milke Bericht von Nadja Milke
22.02.2021, 00:00 Uhr



Baden-Baden Auf die Initiative der Baden-Badener CDU-Fraktion das bereits im Gemeinderat beschlossene Bauprojekt «Eberts-Garten» wieder aufrollen, reagierte auf goodnews4-Anfrage das Unternehmen Heel. goodnews4.de berichtete.

Auf dem Gelände in Baden-Oos plant die Treubau Freiburg AG Wohnungen und Pflegeeinrichtungen.

«Wir begrüßen den Antrag der CDU-Fraktion, da nach unserer Wahrnehmung die Argumente der seit Jahrzehnten im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen im Prozess der weiteren Entscheidungsfindung zu berücksichtigen sind», heißt es in der ausführlichen Stellungnahme des Unternehmens gegenüber goodnews4.de. In Baden-Oos beschäftigt das weltweite Unternehmen für biologische Heilstoffe rund 900 Mitarbeiter. Heel-Sprecherin Johanna Fröwis wendet sich gegen die vom Gemeinderat bereits beschlossene Planung und argumentiert: «Eine Durchmischung von Wohnnutzung und Industrie kann zu starken negativen Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse der Unternehmen auf der einen Seite aber auch die Wohnqualität auf der anderen Seite führen.»

Für die Treubau Freiburg AG, Eigentümer des Geländes, hatte der Vorstandsvorsitzende Volker Homann gegenüber goodnews4.de erklärt, dass das «weiterentwickeltes Konzept» noch nicht inhaltlich im Gemeinderat vorgestellt werden konnte, insofern sei die Treubau AG «etwas verwundert über den Vorstoß» der CDU. goodnews4.de berichtete.

Heel-Sprecherin Johanna Fröwis erklärte zum Stand des Dialogs mit Treubau: «Bisher haben zwei Gespräche zwischen dem Investor und den betroffenen Unternehmen stattgefunden. Die von allen betroffenen Unternehmen hierbei vorgebrachten Bedenken und die daraus resultierende Trennung von industrieller und Wohnnutzung sind vom Investor nicht aufgegriffen worden.» Man strebe nun «gemeinsam mit den anderen Unternehmen einen weiteren intensiven Dialog mit allen Fraktionen im Gemeinderat an».


Die goodnews4-Anfrage und Stellungnahme von Heel im Wortlaut:

goodnews4: Die CDU-Fraktion in Baden-Baden will eine neue Entscheidung zum Thema «Eberts-Garten» herbeiführen. Alle Argumente wurden ja schon ausgetauscht und es gab eine Entscheidung des Gemeinderats. Hat sich an Ihren Argumenten etwas geändert?

Heel: Wir begrüßen den Antrag der CDU-Fraktion, da nach unserer Wahrnehmung die Argumente der seit Jahrzehnten im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen im Prozess der weiteren Entscheidungsfindung zu berücksichtigen sind. Als wir im vergangenen Jahr im Zuge der Bürgerbeteiligung unsere Argumente vorbringen konnten, haben wir dies sehr ausführlich und transparent getan. Aufgrund der großen Bedeutung dieser Entscheidung für unser Unternehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter streben wir gemeinsam mit den anderen Unternehmen einen weiteren intensiven Dialog mit allen Fraktionen im Gemeinderat an. Eine Durchmischung von Wohnnutzung und Industrie kann zu starken negativen Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse der Unternehmen auf der einen Seite aber auch die Wohnqualität auf der anderen Seite führen. In Konsequenz kann dies bedeuten, dass sich Unternehmen aus dem Industriegebiet zurückziehen müssen. Denn bei einem Aufeinanderprallen etablierter industrieller Fertigung mit künftiger Wohnnutzung wären Konflikte vorprogrammiert. Diese müssen im politischen Entscheidungsprozess vorgedacht werden.

goodnews4: Nach Angaben der Treubau AG gab es Gespräche mit ihrem Haus. Führten diese Gespräche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung?

Heel: Bisher haben zwei Gespräche zwischen dem Investor und den betroffenen Unternehmen stattgefunden. Die von allen betroffenen Unternehmen hierbei vorgebrachten Bedenken und die daraus resultierende Trennung von industrieller und Wohnnutzung sind vom Investor nicht aufgegriffen worden.

goodnews4: Würde Heel gegebenenfalls mit anderen Anliegern rechtlich vorgehen?

Heel: Heel ist seit 1954 mit dem Standort verwurzelt. Die anderen Unternehmen, die Sie ansprechen, kamen zwischen 1959 und 1972 hinzu. Der Umgang miteinander im Gewerbegebiet Oos war bisher immer sehr kooperativ und respektvoll; an rechtliche Auseinandersetzungen innerhalb der Nachbarschaft können wir uns nicht erinnern. Wir hoffen, dass das auch in Zukunft so bleibt.


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