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Grenke AG zieht Bilanz für 2017

Letzte Bilanzpressekonferenz von Wolfgang Grenke mit Rekordergebnis - Grenke AG: 125 Millionen Gewinn und Anstieg der Dividende

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Wolfgang Grenke

Baden-Baden, 09.02.2018, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Erfolgszahlen konnte Wolfgang Grenke auch gestern bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt vorlegen. Der Konzerngewinn der Grenke AG ist im vergangenen Jahr um 21,1 Prozent auf 125,0 nach 103,2 Millionen Euro im Vorjahr angestiegen. Auch das Ergebnis je Aktie stieg zur Freude der Aktionäre auf 2,74 nach 2,29 Euro im Vorjahr.

Doch das Berichtsjahr 2018 unterscheidet sich von den vielen Jahren davor. Zum letzten Mal präsentierte Unternehmensgründer Wolfgang Grenke als Vorstandsvorsitzender die Jahresbilanz des einzigen börsennotierten Unternehmens Baden-Badens. Im goodnews4-VIDEO-Interview blickt Wolfgang Grenke zurück und erzählt auch von nicht alltäglichen Herausforderungen, die er mit seinen Mitarbeitern in der jüngeren Unternehmensgeschichte zu meistern hatte. «Es gab natürlich ab und zu mal eine Situation, bei der wir überlegen mussten, wie es sinnvoll weitergeht. Das war Mitte der 90er Jahre, als zwei Banken, die uns finanziert haben, das Finanzierungsgeschäft einstellen mussten. Nicht weil wir etwas falsch gemacht haben, sondern weil die sich vergaloppiert hatten. Da musste man dann natürlich gucken: Wie geht es weiter?» Und der in Baden-Baden geborene und aufgewachsene Unternehmensgründer hat auch einen Fall parat, der die globalen Abhängigkeiten auch nach Baden-Baden getragen hatte. «Das war auch 2008/2009, wo man nicht genau wusste, wie die Finanzmärkte vorangehen, aber das waren eigentlich die einzigen Fälle.»

Seine Nachfolgerin Antje Leminsky sei ja schon sechs Jahre bei der Grenke AG im Geschäft, da könne er gar nicht viel mitgeben außer einen grundsätzlichen Hinweis: «Im Fußball gibt es ja den Ausdruck ‘ever change a winning team’. Das muss man ab und zu mal zwangsläufig doch tun, aber man sollte es halt in sehr kleinen Bahnen machen und die Stärken, die man hat, entsprechend verstärken.» Und das war wohl auch einer der Gründe des stabilen Erfolges, des zum internationalen Konzern avancierten Unternehmens. Wolfgang Grenke korrigierte immer eher sanft und maßvoll. So wird es zu seinem Wechsel vom Vorstandsvorsitzenden in den Aufsichtsrat eher kein rauschendes Fest geben. «Es wird wohl ein kleines Event geben», mutmaßt Wolfgang Grenke über die Pläne seiner Mitarbeiter.


Abschrift des goodnews4-O-TON-Interviews mit Wolfgang Grenke:

goodnews4: Wolfgang Grenke, heute ist zumindest für Sie ein historischer Tag. Ihre letzte Bilanz-Pressekonferenz als Vorstandsvorstandsvorsitzender der Grenke AG. Zunächst einmal: Was sind die drei wichtigsten, nüchternen Zahlen 2017 − Gewinn, Umsatz, Neugeschäft?

Wolfgang Grenke: Die Fragen, die in so einer Konferenz kommen, sind ja immer sehr ähnlich. Umsatz ist bei uns in der Regel ja das Neugeschäft. Das ist überdurchschnittlich gut gestiegen. Mit 24 Prozent sind wir herausgekommen aus dem Jahr 2017. Auch beim Gewinn liegen wir um die 20 Prozent. Wir haben also unsere Hausaufgaben wieder richtig gemacht und die Zeichen sind auch für die Zukunft positiv gesetzt, denn das wird auch für die Anleger insbesondere immer ganz wichtig sein, nicht was in der Vergangenheit war, das ist ja immer die Bestätigung der früheren Prognosen, sondern was erwartet man für die Zukunft.

goodnews4: Schauen wir einmal weiter zurück, bevor wir dann gleich wieder nach vorne schauen. Man hat ja nicht in Erinnerung, dass es jemals ein schlechteres Jahr im Vergleich zum Vorjahr gab bei Grenke oder Grenke Leasing? Konnten Sie also in jedem Jahr das beste Jahr der Unternehmensgeschichte verkünden?

Wolfgang Grenke: Ja, eine kleine Einschränkung hatten wir 2009, weil wir da unser Neugeschäft etwas reduziert haben aufgrund der damaligen Probleme an den Finanzmärkten, aber ansonsten, vom Gewinn, haben wir eine Steigerung gehabt.

goodnews4: Nimmt man einmal den Gewinn als eines der wichtigsten Kriterien. Was war der erste ausgewiesene Gewinn nach dem ersten Jahr an der Börse, können Sie sich daran erinnern?

Wolfgang Grenke: Das war ein relativ kleiner Umfang. Es war im einstelligen Tausenderbereich damals.

goodnews4: Von außen betrachtet schien immer alles wie am Schnürchen zu laufen bei der Grenke Leasing AG beziehungsweise Grenke AG. Gab es denn auch knifflige Jahre, schlaflose Nächte?

Wolfgang Grenke: Es gab natürlich ab und zu mal eine Situation, bei der wir überlegen mussten, wie es sinnvoll weitergeht. Das war Mitte der 90er Jahre, als zwei Banken, die uns finanziert haben, das Finanzierungsgeschäft einstellen mussten. Nicht weil wir etwas falsch gemacht haben, sondern weil die sich vergaloppiert hatten. Da musste man dann natürlich gucken: Wie geht es weiter? Das war eben auch wie gesagt 2008/2009, wo man nicht genau wusste, wie die Finanzmärkte vorangehen, aber das waren eigentlich die einzigen Fälle. Vielleicht ganz am Anfang den ein oder anderen Schaden, der da mal entstanden ist, weil wir noch wenig Eigenkapital hatten und sich das mehr durchgeschlagen hat.

goodnews4: Was geben Sie Ihrer Nachfolgerin, Antje Leminsky, mit auf den Weg?

Wolfgang Grenke: Sie kommt ja aus einem Bereich von etwas größeren Firmen. Sie ist jetzt auch schon sechs Jahre bei uns und kennt natürlich das Geschäft sehr gut. Da kann man also nicht arg viel mitgeben, was sie nicht schon weiß. Natürlich ist ein Ratschlag im Wesentlichen, dort weiterzumachen, wo man Erfolg hat. Im Fußball gibt es ja den Ausdruck «never change a winning team». Das muss man ab und zu mal zwangsläufig doch tun, aber man sollte es halt in sehr kleinen Bahnen machen und die Stärken, die man hat, entsprechend verstärken.

goodnews4: Wird es eine Abschiedsparty für Sie geben?

Wolfgang Grenke: Ja, es wird sicher etwas Gemeinsames geben. Man hat mir da nichts ganz Genaues gesagt, deswegen kann ich darüber auch nicht richtig berichten, aber es wird wohl ein kleines Event geben.

goodnews4: Zum Schluss noch eine Frage zu den aktuellen politischen Verhältnissen. Was liegt Ihnen derzeit am meisten am Herzen zwischen Berlin, Brüssel, Washington und dem Rest der Welt?

Wolfgang Grenke: Ich will ja nicht sagen, dass die Flugverbindung von Baden-Baden nach Berlin wieder auflebt, aber es spielt trotzdem doch auch eine Rolle. Nein, ich denke, das Entscheidende ist eigentlich, dass wir europäischer werden, dass wir die europäische Zusammenarbeit vorantreiben. Das müssen wir manchmal lokal auch machen. Ich denke da an den öffentlichen Nahverkehr ins Elsass, was für die Schließung der Lücke von Auszubildenden bei uns durchaus eine Bedeutung haben könnte. Ich denke natürlich auch an nationale Vorgänge, wie jetzt die Bildung einer Großen Koalition, bei der ja ein Europapolitiker Außenminister werden soll. Ich denke daran, dass dabei auch in Breitband investiert werden soll. Natürlich gibt es auch immer Belastungen bei so einem Kompromiss, aber es geht im Wesentlichen in die richtige Richtung und ich denke in Europa natürlich vor allem daran, dass wir die Folgen des Brexit richtig abschätzen müssen und die Zusammenarbeit mit Frankreich als wichtigstes inneres Band in Europa forcieren müssen und auch unterstützen müssen. Da wird es sicher eine ganze Menge zu tun geben. Wir am Oberrhein arbeiten mit unseren Kollegen ja schon seit mehreren Jahren sehr intensiv und freundschaftlich zusammen.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Wolfgang Grenke


PDF Pressemitteilung der Grenke AG


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