Gedenkveranstaltung im Rathaus

Gedenkveranstaltung Reichspogromnacht – Friederike Lorenz-Sinai wird den Baden-Badenern vermutlich nicht den Spiegel vorhalten

Gedenkveranstaltung Reichspogromnacht – Friederike Lorenz-Sinai wird den Baden-Badenern vermutlich nicht den Spiegel vorhalten
Das Grundstück der von den Nazis zerstörten Synagoge wird weiter als Parkplatz benutzt. Foto: Archiv

Baden-Baden, 29.10.2026, Bericht: Redaktion Den «Hauptvortrag zur Gedenkveranstaltung Reichspogromnacht in Baden-Baden» halte Friederike Lorenz-Sinai, die an der Universität Tübingen die Professur für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung innehabe, kündigt das Baden-Badener Rathaus an. Sie spreche «über die Bedeutung des Gedenkens und den gegenwärtigen Antisemitismus in unserer Gesellschaft».

Dass die Professorin den Baden-Badenern den Spiegel vorhält im Zusammenhang den Vorgängen um das Anwesen der alten Synagoge, wird man nicht erwarten dürfen. Im goodnews4-Interview von 2018 fordern die Juden vergeblich, «die Würde des Ortes wiederherzustellen». Bei dem Eigentümer des heute immer noch entwürdigten Grundstücks handelt es sich um die bis 2022 einflussreichen Verleger des Badischen Tagblatts. In einem 132 -seitigen Magazin dokumentiert goodnews4.de diese Geschichte. Mit Interviews, unter anderem mit Efraim Zuroff, Direktor des Simon Wiesenthal Centers in Jerusalem, der den Baden-Badenern den Spiegel vorhält.

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Kritische Töne aus Israel an Baden-Badener Rathaus – Efraim Zuroff zur Synagogen-Entscheidung – „Führung von Baden-Baden sollte sorgfältigen Blick in den Spiegel werfen“

Die Mitteilung aus dem Rathaus Baden-Baden vom 28. Oktober 2026 im Wortlaut:

Die Stadt Baden-Baden lädt gemeinsam mit der israelitischen Kultusgemeinde, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und der deutsch-israelischen Gesellschaft zur Gedenkveranstaltung anlässlich der Reichspogromnacht am 9. und 10. November 1938 ein, als in ganz Deutschland und auch in Baden-Baden die Synagogen brannten.

 

Das Gedenken findet am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr im Alten Ratssaal des Rathauses Baden-Baden statt. Den Hauptvortrag hält Professorin Dr. Friederike Lorenz-Sinai, die an der Universität Tübingen die Professur für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung innehat. Sie spricht über die Bedeutung des Gedenkens und den gegenwärtigen Antisemitismus in unserer Gesellschaft.

Im Anschluss wird ein Kranz am Gedenkstein an der Alten Polizeidirektion niedergelegt. Rabbiner Surovtsev liest einen Psalm. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet.

Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an dem Gedenken teilzunehmen.

Hintergrund: Es war ein langer Weg zur Bereitschaft für eine neue Synagoge in Baden-Baden.

Bild Extra Bereits 2018 erschien goodnews4Extra als 120-seitiges gedrucktes Magazin, unter anderem mit einem Interview von Christian Frietsch in Jerusalem mit Efraim Zuroff, Direktor des Wiesenthal-Centers. Auch der Kaufvertrag des Synagogengeländes ist dort abgedruckt. Der von goodnews4.de wiederentdeckte Vertrag löste eine Forderung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden aus. Die Forderung formuliert Rami Suliman, Vorsitzender der IRG. Bis zuletzt lehnte die Eigentümerfamilie Gespräche mit den Vertretern der Juden ab.

Mit den Hintergründen zum Umgang mit den Juden in Baden-Baden beschäftigt sich auch das aktuelle Buch von Christian Frietsch. Dazu gehört auch die Veröffentlichung der NSDAP-Mitgliedsnummer der Gründer des Zeitungsverlags und der Rolle von Otto Heinz Ertl, Naziarzt und bis zu seinem Tod Mitglied der Eigentümerfamilie des Grundstücks der alten Synagoge.

Chronologie der goodnews4-Bericht zum Umgang mit dem alten Synagogengrundstück in der Baden-Badener Stephanienstraße:

2. Februar 2018: Rathaus Baden-Baden erklärt, kein Grundstück zum Bau einer Synagoge anbieten zu können

05. März 2018: goodnews4.de veröffentlicht den Kaufvertrag des Grundstücks in der Stephanienstraße

10. März 2018: Israelitische Religionsgemeinschaft Baden fordert Einhaltung des Kaufvertrags

12. März 2018: Kritik aus Israel an Rathausführung in Baden-Baden

19. März 2018: „Jüdische Allgemeine“ befasst sich mit Synagogen-Konflikt in Baden-Baden

16. Juni 2018: Leserbrief von Gertrud Meyer zur Integrität der Gesellschaft Baden-Badens «Wer war Dr. med. Ottoheinz Ertl?»

30. Juli 2018: Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg äußert sich im goodnews4-Interview zur Synagogen-Frage

31. August 2018: Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden fordert die «die Würde des Ortes wiederherzustellen»

11. September 2018: Leserbrief von Gertrud Meyer «Zum 107. Geburtstag von Dr. med. Otto Heinz Ertl!»

15. April 2019: Grundstückseigentümer lehnen Gespräch mit Israelitischer Religionsgemeinschaft Baden ab

4. März 2021: Verlegerfamilie des Badischen Tagblatts verweigert badischen Juden ein Gespräch – IRG-Vorsitzender Rami Suliman: «Dies ist erneut nicht gelungen»

29. Januar 2024: Baden-Baden und sein geschonter Nationalsozialist – Tennishalle Rot-Weiß Baden-Baden trägt Namen des NSDAP-Mitglieds Dr. Otto Heinz Ertl

20. Dezember 2024: Wende in Baden-Badener Synagogenfrage – OB Späth sucht Grundstück zum Bau einer neuen Synagoge – «Mit Rami Suliman im engen Austausch»

31. Januar 2025: Bau einer neuen Synagoge in Baden-Baden nun doch wahrscheinlich – Rami Suliman Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft bestätigt Pläne

18. Februar 2025: Unaufgearbeitete Nazi-Geschichte in Baden-Baden – Eigentümer des alten Baden-Badener Synagogen-Grundstücks bleiben hart – Rami Suliman: «Die Eigentümer wollen nicht mit uns sprechen»




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